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BLOG: Fragebogendesign – die fünf DCORE-Prämissen für jede Online-Befragung

Franziska Scharch – 06.08.2018

Online-Befragungen sind bereits seit Jahren etabliert. In den letzten Jahren hat sich jedoch der Kreis der internetfähigen Devices zunehmend erweitert. Smartphones und Tablets werden immer intensiver genutzt. 1 Daher ist es notwendig, Befragungen so zu konzipieren, dass sie für die jeweiligen Geräte funktionieren. Aber die reine Anpassung an die Geräte reicht allein nicht aus. Die Befragung sollte den Teilnehmern idealerweise Spaß bereiten und daher z.B. in einem ansprechenden Layout designed werden.

Das sind unsere fünf Prämissen bei der Gestaltung eines Online-Fragebogens.

Think user-friendly!

Wie tickt Ihre Zielgruppe, die Sie befragen möchten? Welche Designelemente sind Sie durch ihre Onlinenutzung gewohnt? Analysieren Sie die Internetangebote und adaptieren Sie einfach die Features. Onliner, die auf Datingportalen aktiv sind, könnten Sie in der Befragung „swipen“ lassen. Wenn Sie Teilnehmer befragen, die häufig Messenger-Dienste nutzen, ziehen Sie Chatbots in Erwägung.

Think short!

Neben der Anpassung der grafischen Features sollten Sie auch die Wortwahl an die Zielgruppe ausrichten. Dabei ist es wichtig, die Frageformulierungen möglichst kurz und präzise zu halten. Ausführliche Erklärungen, z.B. zu Antwortskalen, sind oftmals gar nicht notwendig, etwa wenn man Panelteilnehmer befragt, die mit diesem Fragetyp bereits vertraut sind.

Think trendy!

Die Basiselemente (Farbe, Typografie etc.) sollten Sie bewusst auswählen. Lassen Sie sich einfach von aktuellen Webseiten inspirieren. Farbige Elemente erhöhen z.B. die Aufmerksamkeit und lenken die Befragten gezielt auf Key Words im Fragebogenflow. Die Abstufungen einer Antwortskala können statt verbal auch farblich deklariert werden. Denken Sie dabei aber daran, dass Farben interkulturell unterschiedliche Assoziationen hervorrufen. Nehmen Sie z.B. grün in Deutschland eher für gute Bewertungen, rot eher für kritische Dinge.

Think visual!

Bilder oder Icons sind nicht nur ansprechender, sondern unterstützen auch das Verständnis der Fragestellungen. Die Einbindung einer Zeitschriften-Titelseite ist z.B. hilfreicher als lediglich Ausgabennummern oder Erscheinungsdaten anzugeben. Markenlogos oder sogar Produktabbildungen können die Wiedererkennung der Marken stützen. Hierbei ist auf Ladezeiten zu achten. Machen Sie Logos und Bilder nur so groß, wie sie für den Fragebogen sein müssen. Gerade bei mobilen Befragungen wird bei langen Ladezeiten ansonsten schnell abgebrochen.

Think technical!

Ihre Umfrage sollte auf allen verbreiteten Browsern, Betriebssystemen und Endgeräten funktionieren und für jeden Befragten weitestgehend identisch aussehen. Am einfachsten ist es, das Layout automatisch an die Displaygröße anzupassen (Stichwort: responsives Design). Orientieren Sie sich in der Regel am kleinsten Device, auf dem ihre Befragung funktionieren soll, dem Smartphone. Und: Testen Sie Ihre Befragung vor dem Start umfassend auf verschiedenen Browsern.

Auch wenn Ihre Forschungsfrage im Fokus steht, erlangen Sie mit einem ansprechenden Design zahlreiche Vorteile. Idealerweise sind die Teilnehmer motiviert, bleiben bis zum Ende dabei und Sie maximieren so die Antwortqualität und Rücklaufquote. Es empfiehlt sich daher, Trends im Webdesign stetig zu verfolgen und an Ihre Bedürfnisse anzupassen.

DCORE ist seit fast zehn Jahren Spezialist für die Durchführung von professionellen Online-Befragungen. Probieren Sie es aus: https://dcoreumfrage.de/PROG_Testlink_CI_DCORE/

Wir freuen uns auf Ihr Feedback!

 

*1 Aktuelle Umfrage von DCORE für den BVDW.

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Das Price Sensitivity Meter (PSM) – Die richtige Antwort auf die Preisfrage

Markus Zachai, Veronika Gschwilm, Tamara Rutschmann – 13.04.2018

Ein Produkt steht kurz vor der Markteinführung, die potentiellen Käufer sind identifiziert, die Preisstrategie ist festgelegt – doch mit welchem Preis kann die gewählte Strategie optimal realisiert werden? Hier kommt die Marktforschung ins Spiel, es gilt als Königsdisziplin eine Antwort auf die „Preisfrage“ zu geben. Dabei gibt es nicht die Patentlösung. Abhängig von Produkt, Produktinnovation oder Dienstleistung gibt es viele unterschiedliche Ansätze, den idealen Preis zu ermitteln. Wir haben zuletzt intensiv mit dem Price Sensitivity Meter nach van Westendorp, kurz PSM, gearbeitet und möchten Ihnen dieses Messinstrument hier vorstellen und unsere Erfahrungen damit teilen.

Bevor wir in die Welt der Zahlen einsteigen, noch ein kleiner Ausflug in die Wissenschaftsgeschichte hinter der „Preisfrage“: Einen der ersten Ansätze lieferten Clive W. J. Granger und André Gabor, als sie sich 1960 mit der Frage nach dem richtigen Preis auseinanderzusetzen begannen. Sie näherten sich dem Forschungsgegenstand praktisch – in Zusammenarbeit mit lokalen Supermärkten veränderten die Forscher die Preise für beliebte Produkte und beobachten die Veränderungen in den Verkaufskurven. Daraus entwickelten sie das Gabor-Granger-Model (GG-Model), bei welchem die so erhobenen Daten Auskunft über die Zahlungsbereitschaft für ein Produkt oder eine Dienstleistung wiedergeben. Der niederländische Wissenschaftler Peter H. van Westendorp entwickelte davon ausgehend 1976 das Price Sensitivity Meter (PSM), welches im Gegensatz zu seinen Vorläufern noch eine weitere Komponente berücksichtigt – die viel zitierte Aussage Albert Einsteins „Was nichts kostet, ist nichts wert“. Bei einer Erhebung nach van Westendorp wird also nicht nur erhoben, wie viel Kunden zu zahlen bereit sind, sondern auch wann sie ein Produkt oder eine Dienstleistung als zu billig empfinden und daher Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Angebotes hegen. Erhoben wird dies mit Hilfe von vier Fragen:

 

Dabei werden die Befragten gebeten, den Preis anzugeben, welcher je nach Fragestellung zutrifft. Der Anteil der „weiß nicht“-Angaben ist dabei ein guter Indikator dafür, ob die Befragten überhaupt ein Preisbewusstsein für ein Produkt oder eine Dienstleistung haben.

Anstatt also nur zu überprüfen, wann der Kunde ein Angebot als „gut“ empfindet, wird demnach auch miteinbezogen, wann ein Angebot für „zu günstig“ oder „zu teuer“ befunden wird. Für die Auswertung wird für unterschiedliche Preispunkte der Anteil der Befragten berechnet, die den Preis bis zu x € als „zu teuer“ empfinden, selbiges Berechnungsverfahren wird auch auf die übrigen drei Fragen angewandt. Die Abtragung dieser Anteile gegen die Preispunkte führt zu folgender Grafik:

Es lassen sich vier Schnittpunkte erkennen, die abhängig von der Fragestellung sowie den Marktinteressen eines Unternehmens unterschiedlich berücksichtigt werden können:

Am Optimalen Preispunkt (OPP) sind die Anteile von Befragten, die ein Produkt beziehungsweise eine Dienstleistung als „zu teuer“ beziehungsweise „zu günstig“ ansehen, gleich groß. Der sich an diesem Punkt ergebende Preis ist optimal hinsichtlich einer Maximierung des Absatzvolumens beziehungsweise des Marktanteils.

Der Indifferenzpreis (IDP) ist der Preispunkt, an welchem die Anteile der Befragten, die ein Produkt beziehungsweise eine Dienstleistung als „teuer“ beziehungsweise „günstig“ ansehen, gleich groß sind. Der sich an diesem Punkt ergebende Preis beschreibt ein ausgeglichenes Preis-Image-Verhältnis. Es handelt sich in Bezug auf das untersuchte Produkt in der Regel um den mittleren Preis, den marktführende Unternehmen erzielen können.

Optimaler und indifferenter Preis liegen meist auf einem ähnlichen Niveau. Eine deutliche Abweichung zwischen den beiden Preispunkten wird als „Preisstress“ bezeichnet. Ein negativer Preisstress (OPP kleiner IDP) deutet auf ein schlechtes Produkt-Image hin. Ein positiver Preisstress (OPP größer IPP) ist ein Anzeichen für ein als innovativ wahrgenommenes Produkt, bei dem im Vergleich zu etablierten Referenzprodukten ein höherer Preis erzielt werden kann.

Zudem kann anhand von zwei weiteren Preispunkten eine optimale Preisspanne ermittelt werden: Die Schwelle relativer Preiswürdigkeit (Point of Marginal Cheapness – MCP) stellt die untere Preisschranke dar, bei welcher ein geringerer Preis eine Beschädigung des Images hervorrufen könnte. Der Preispunkt der Schwelle relativer Teure (Point of Marginal Expensiveness – MEP) ergibt die obere Preisschranke, höhere Preise werden von potentiellen Käufern kaum akzeptiert werden.

Ein klarer Vorteil der Methode ist, dass dem Befragten kein konkreter Preis vorgegeben wird. Stattdessen macht er sich durch die vier Fragen differenziert Gedanken darüber, welchen Preis er wie empfinden würde. Daher ist die Methode des PSM gerade in frühen Stadien der Produktentwicklung ein gutes Instrument zur Ermittlung der möglichen Preisspanne sowie bestimmter Preispunkte und -schwellen. Mit weitergehenden Auswertungen wie beispielsweise einer Conjoint-Analyse können zusätzlich Marktanteile und Preisabsatzfunktionen geschätzt werden.

Eine Frage, die in vielen Rezensionen zu dieser Methode unbeantwortet bleibt, ist die Reihenfolge der Fragestellung und mögliche Effekte auf die Ergebnisse. Van Westendorp empfiehlt, sich auf eine steigende (von „zu günstig“ nach „zu teuer“) beziehungsweise fallende (von „zu teuer“ nach „zu günstig“) Abfolge zu beschränken, jedoch ohne diese Empfehlung empirisch zu stützen. Andere logisch sinnvolle Abfolgen wie beispielsweise eine Annäherung über die Extrempunkte (über „zu teuer“ und „zu günstig“ hin zu „teuer“ und „günstig“) oder über die inneren Preispunkte (über „teuer“ und „günstig“ hin zu „zu teuer“ und „zu günstig“) sind ebenso denkbar. Während aus der Literatur bislang keine Analysen zu möglichen Effekten in Bezug auf die Wahl der Abfolge bekannt sind, bestätigen die Erfahrungen von DCORE van Westendorps Empfehlung. Nachdem verschiedene Abfolgen von uns im Soft-Launch getestet wurden, konnte mit einer steigenden beziehungsweise fallenden Abfolge der Fragen die Antwortqualität maximiert werden.

Die Methode des PSM ist einfach in der Anwendung, anschaulich in der Darstellung, leicht nachvollziehbar und liefert verblüffend realistische Antworten auf die „Preisfrage“. Diese Gründe haben dazu beigetragen, dass die Methode des PSM heute einen klassischen und weit verbreiteten Ansatz der Preisforschung darstellt.

 

 

 

 

 

Quellen

Gabor, A., & Granger, C. W. (1961). On the price consciousness of consumers. Applied statistics, 10 (03), 170-188.

Lipovetsky, S., Magnan, S., & Zanetti-Polzi, A. (2011). Pricing models in marketing research. Intelligent Information Management3 (05), 167-174.

Van Westendorp, P. H. (1976). “NSS-Price Sensitivity Meter (PSM) – A new approach to study consumer perception of price.” Proceedings of the ESOMAR Congress.
Online abgerufen am 17.01.2018 unter https://rwconnect.esomar.org/a-new-approach-to-study-consumer-perception-of-price/.

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BLOG: Eventbefragungen – ein Paradigmenwechsel der sich lohnt.

Annika Gröne, Patricia Kehm- München, 08.03.2018

Unser jeder Alltag besteht aus Events. Es sind kleine, große, private, aber auch berufliche, einmalige und traditionelle Events, die uns schon von klein auf begleiten. Es fängt mit dem ersten Geburtstag, noch von Mama organisiert, an und geht über Abschlussbälle, bis hin zum selbstorganisierten Großevent mit über 1.000 womöglich sogar internationalen Besuchern.

Jeder Veranstalter und auch jeder Besucher hat diese eine ideale Vorstellung von „dem“ Event. Geprägt durch unsere Erfahrungen und früh vermittelten Werte, haben wir jedoch unterschiedliche Ansichten, wie die „perfekte“ Veranstaltung sein soll. Menschen haben Unterschiedliches erlebt, wodurch Erfahrungen, die die Vorstellungen und Erwartungen prägen, sich von Mensch zu Mensch unterscheiden. Es ist daher wichtig, bereits bei der Planung des ersten Events die Sicht der Anderen einzunehmen. So stellte sich schon vor dem ersten selbstorganisierten Geburtstag die Frage „Was würde meinen Gästen gefallen?“. Bei Freunden, Bekannten oder der Familie ist es vielleicht noch ein Leichtes das zu erahnen ohne zu fragen. Wird ein Event jedoch für Kunden, Kollegen, bestehende oder potentielle Geschäftspartner geplant, so ist es durchaus schwieriger ihre Historie zu kennen, um dadurch Erwartungen ableiten zu können. Geht es demnach um Events im B2C- oder B2B-Bereich, in dem zum Beispiel die Teilnehmer noch größtenteils unbekannt sind, so gilt es diese erst einmal kennenzulernen, sie zu ihren Erwartungen und Vorstellungen zu befragen und mit ihnen über ihr Erlebtes zu sprechen. Sozusagen einen Paradigmenwechsel vorzunehmen.

Die Sicht der Kunden, Kollegen und Geschäftspartner einzunehmen hat enorme Vorteile. Im Folgenden zeigen wir Ihnen aus unserer Sicht die 5 WARUMs, eine Eventbefragung durchzuführen:

MACHEN SIE IHRE GÄSTE ZU PROMOTOREN!
Wer zufrieden ist, spricht mit Kollegen, Freunden/Bekannten und Geschäftspartnern darüber – so auch über Ihr Event!

Jeder kennt dieses eine Event, bei dem das Essen kalt war oder sogar ausgegangen ist, ob im privaten oder beruflichen Kontext. Darüber wird geredet – ganz klar. Dann gibt es aber auch die Veranstaltungen, die nicht nur mitreißend, unvergesslich sind sondern für den Besucher auch von großem Mehrwert, weil relevante Insights mitgenommen werden konnten. Diese Veranstaltungen empfehlen wir sogar besonders gerne an unsere Kollegen, Freunde/Bekannte und Geschäftspartner weiter. Aber was macht das Event mitreißend, unvergesslich und inhaltlich wertvoll? Was bewegt die Teilnehmer dazu, den Wunsch zu hegen, nochmal an diesem oder einem ähnlichen Event teilzunehmen? Und inwiefern ist es danach Gesprächsthema unter den Teilnehmern? Eine Antwort auf diese Frage können nur die Teilnehmer selbst geben. Wer fragt gewinnt – vor allem an Reichweite.

MACHEN SIE IHR EVENT ZUM BOTSCHAFTER!
Emotionen sprechen Bände, Storytelling ist die Basis für jede Kommunikation – lassen Sie Ihr Event sprechen!

Im Sport wird Sponsoring bereits seit Jahrzehnten groß geschrieben. Jeder kennt die Banner um das Fußballfeld, die gebrandeten Eintrittskarten oder die bedruckten Trikots. Unternehmen kennen die Chance, ihre Werte durch den Sport zu kommunizieren. Das gilt nicht nur für den Sport. So sind es auch die kleinsten Events in den unterschiedlichsten Branchen, die eindeutige Werte vermitteln und so zum Botschafter für Unternehmen werden. Die Möglichkeit des Event-Sponsorings stellt daher für jedes Unternehmen ein wichtiges Marketinginstrument dar, im B2C aber auch im B2B-Bereich. Um das richtige Sponsoring-Engagement zu wählen, ist darauf zu achten, ob die Inhalte des Events zum Themenfeld ihres Unternehmen passt. Für potentielle Sponsoren gilt es vorab, die Übereinstimmung der Inhalte, aber auch der Werte, zwischen Unternehmen und ihrem Event zu identifizieren. Welche Werte und Emotionen werden durch das Event kommuniziert? Und welche Inhalte werden geteilt? Eine Antwort auf diese Frage können wieder nur die Teilnehmer selbst geben. Wer fragt gewinnt – vor allem an Botschaft.

ZEIGEN SIE IHRE WIRKUNG!
Eingesetzte Maßnahmen verfolgen Ziele und werden nur dann wieder eingesetzt, wenn die Zahlen den Erfolg belegen – zeigen Sie, dass Ihr Event Wirkung hat!

Ziele erreichen, bedeutet Maßnahmen ergreifen. Sponsoren eines Events verfolgen vor allem die Ziele der Werte- und Informationsübermittlung sowie der Bekanntheitssteigerung innerhalb der Event-Zielgruppe. Wurden die Kommunikationsziele erreicht? Haben die geteilten Event-Inhalte und die vermittelten Werte einen Einfluss auf die Wahrnehmung und Bekanntheit des Unternehmens? Diese Frage lässt sich durch die Ermittlung der Sponsorenwahrnehmung und des Unternehmensimages mit einer Befragung der Teilnehmer beantworten. Wer fragt gewinnt – vor allem an Sponsorenloyalität.

DENKEN SIE HEUTE SCHON AN MORGEN!
Loyal ist derjenige, der sich abgeholt fühlt, auf dessen Bedürfnisse eingegangen wird und der Verbesserungen spürt – lassen Sie Ihr Event nicht stillstehen.

Nach dem Event ist vor dem Event. In der Planungsphase stellen sich immer die Fragen: Was wollen die Teilnehmer? Wie können wir deren Zufriedenheit steigern und insgesamt die Teilnehmerzahl erhöhen? Um das herauszufinden, gilt es das Event zu evaluieren. Die Erkenntnisse können Sie als Planungsinstrument mit in die Vorbereitungsphase nehmen, um Ihr nächstes Event optimal nach den Bedürfnissen und Wünschen der Teilnehmer zu gestalten und auszurichten. Wer fragt gewinnt – vor allem an Zufriedenheit und steigenden Besucherzahlen.

FANGEN SIE RICHTIG AN!
Ein Event zu planen ist keine kleine Sache, auch finanziell –  sichern Sie sich Ihren Eventerfolg bereits in der Planungsphase!

Hinterher ist man immer schlauer. Aber wie wäre es, wenn man auch schon im Vorhinein mit Wissen glänzen kann und es in die Umsetzung einfließen lässt? Fragen Sie Ihre Zielgruppe bereits vor dem Event, was das Event für sie unvergesslich und mitreißend machen würde und was sie sich vom Besuch verspricht, um die Planung direkt in die richtige Richtung zu steuern. Lernen Sie die Bedürfnisse, Erwartungen und Wünsche Ihrer Zielgruppe kennen und sichern Sie sich Ihren Erfolg. Wer fragt gewinnt – vor allem an Wissen über die Zielgruppe.

 

Weitere Informationen zu Eventbefragungen mit dem EventScanner von DCORE finden Sie hier.

 

 

Bildnachweis: von Pablo Heimplatz auf unsplash.com

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BLOG: Wie wirken Instagram-Kampagnen? Eine Untersuchung der Wahrnehmung von Produktplatzierungen ausgewählter Blogger/Influencer auf Instagram.

Franziska Scharch- 28.02.2018

Schon seit einigen Jahren werden die klassischen Werbeformen ergänzt durch das Influencer-Marketing. Die sogenannten Influencer verbreiten tagtäglich auf Ihrem Blog, auf Instagram oder auch Youtube zu unterschiedlichsten Themen eigene Beiträge und fungieren zudem für bestimmte Unternehmen als Werbeträger. Das ist auch nicht überraschend – so ist es möglich durch eine Influencer Kampagne auch Zielgruppen zu erschließen, die durch klassische Werbung schwer erreichbar sind. Aktuell wird die neue Werbeform auch rechtlich durch die Einführung einer Kennzeichnungspflicht geregelt. Laut HORIZONT steigen die Werbeausgaben in den Sozialen Medien weiter an.*1 Aber wie werden die neuen Werbeformen von den Konsumenten wahrgenommen und im Vergleich zu Kampagnen in den klassischen Medien bewertet?

DCORE hat zusammen mit dem Online-Access-Panel respondi ca. 1.000 Onliner ab 14 Jahren befragt. Für die online-repräsentative Befragung wurden insgesamt zehn Anzeigen ausgewählt (jeweils fünf Print-Motive und fünf Instagram-Anzeigen). Jeder Befragte sah eine Anzeige und sollte diese anschließend bewerten. Im Anschluss an die Bewertung wurden die Teilnehmer auch nach Ihrer generellen Einstellung zu Bloggern/Influencern befragt. Die ausgewählten Influencer sind zum Teil sehr populär (z.B: Lena Gercke), aber auch weniger bekannte Influencer wurden einbezogen. Um eine möglichst große Spannweite abzudecken, wurden Anzeigen aus verschiedenen Branchen (Automotive, Sport, Fashion, FMCG und Beauty) beurteilt.

Die Ergebnisse zeigen auf den ersten Blick ein konträres Bild: Jeder zweite nimmt Produktplatzierungen von Bloggern/Influencern nicht anders wahr als „klassische Werbung“. Vor allem Instagram-Nutzer stehen den neueren Werbeformen sehr aufgeschlossen gegenüber: Sie haben ein besonders hohes Vertrauen in die Produktempfehlungen der Blogger/Influencer. Zudem nimmt nahezu jeder zweite Instagram-Nutzer die Empfehlungen als glaubwürdiger wahr als „klassische Werbung“. Die Produktempfehlungen fungieren für sie als Inspirationsquelle. Es ist daher nicht überraschend, dass bereits jeder dritte Instagram-Nutzer schon mal ein Produkt gekauft hat, weil es von einem Influencer empfohlen wurde. In der Bewertung von Bloggern/Influencern gibt es kaum Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Interessanterweise lassen sich die höher Gebildeten jedoch emotional stärker auf Blogger/Influencer ein: Sie lassen sich eher von ihnen inspirieren und können sich eher mit ihnen identifizieren als Teilnehmer mit niedriger und mittlerer Bildung.

Während die Verbraucher generell aufgeschlossen gegenüber Instagram-Anzeigen sind, zeigt sich im direkten Vergleich jedoch, dass die Print-Anzeigen insgesamt deutlich besser bewertet werden. Auch die Instagram-Nutzer, die generell den neuen Werbeformen aufgeschlossen gegenüberstehen, beurteilen die Print-Anzeigen deutlich besser als die Instagram-Varianten (mit Ausnahme von dem KPI „wirkt modern und zeitgemäß“). Vor allem bezüglich Verständlichkeit, Brand Fit, Optik und Glaubwürdigkeit schneiden die Print-Anzeigen besser ab als die Instagram-Anzeigen. Das liegt vermutlich daran, dass die „klassische Werbung“ als Werbeform aktuell noch gelernter und vertrauter ist als die Instagram-Werbeposts und die Print-Anzeige somit im direkten Vergleich besser beurteilt wird.

Im Hinblick auf die getesteten Instagram-Anzeigen scheint ein Zusammenhang zwischen der Sympathie des Influencers und der Kampagnenbewertung zu bestehen. Die beiden Instagram-Anzeigen, die den besten Wert hinsichtlich des KPI „Die Werbung gefällt mir.“ erreichen, werden auch bezüglich der Sympathie des jeweiligen Bloggers/Influencers am besten bewertet. Um diesen Zusammenhang adäquat belegen zu können, müsste dieser in weiteren Forschungen mit höheren Fallzahlen untersucht werden.

Somit liefert die Studie erste spannende Erkenntnisse über die Wirkung von Werbeposts von Influencern und Bloggern, lässt aber auch noch weitere Fragen offen, die es näher zu untersuchen gilt.

Hier geht’s zu den Ergebnissen.

*1 http://www.horizont.net/marketing/nachrichten/Zenith-Prognose-Social-Media-Werbung-ueberholt-Print-in-vier-Jahren-144594

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BLOG: Design Thinking – Was kann die Innovationsmethode?

Bettina Zerwes, Patricia Kehm – 22.08. 2017

Ein klassisches Problem des Alltags. Man bezahlt seinen Einkauf und erhält als Rückgeld lauter kleine, rote Münzen. Münzen, die einem das Behalten der Übersicht erschweren oder Münzen, die einem verloren gehen, weil man aus Bequemlichkeit den Betrag einfach aufrundet. Dass es für dieses Problem aber auch eine Lösung gibt, konnte mithilfe des Design Thinkings (DT) gezeigt werden. DT ist derzeit in aller Munde. Immer mehr Unternehmen interessieren sich für die Innovationsmethode und in manchen ist DT bereits fester Bestandteil der Unternehmenskultur. Doch was ist Design Thinking überhaupt? Wie lässt sich diese Methode anwenden? Spielt sie auch für die Marktforschung eine Rolle und wie hängt das alles mit dem Problem des Rückgeldes zusammen?

Design Thinking ist in erster Linie eine Innovationsmethode. Sie zeichnet sich durch eine systematische Herangehensweise an komplexe Fragestellungen aus und basiert auf einer starken Nutzerorientierung. Namensgeber ist David Kelley, der Gründer der Design- und Innovationsagentur IDEO. Durch die Erfolge, die er und seine Agentur durch DT feiern konnten, wurde die Methode schnell populär. Der Begriff verrät dabei bereits, dass sich die Methode eigentlich auf die Denkweise im Bereich Design und verwandten Gebieten zurückführen lässt. Die Systematik des Prozesses erlaubt allerdings eine Anwendung auf Probleme aus verschiedensten Bereichen.

Als Methode ist Design Thinking vor allem dann effizient einsetzbar, wenn noch keine konkrete Lösung für ein Problem vorliegt, beziehungsweise wenn das Problem an sich noch nicht klar definiert ist. Der Erfolg hängt dann von mehreren Einflussgrößen ab.

Der Design Thinking Prozess gliedert sich in 5 Phasen, die stark ineinander greifen und im Laufe des Prozesses auch mehrfach wiederholt werden können:

„Verstehen & Beobachten“

In der ersten Phase sollen die Nutzer im Kontext des Problems verstanden werden. Wie verhalten sie sich und aus welchem Grund? Welche Bedürfnisse haben sie und welche Werte und Ansichten vertreten sie? Diese Einblicke liefern Hinweise darauf, wie eine Innovation einen Mehrwert für sie schaffen kann. Um dies zu erreichen werden vor allem qualitative Forschungsmethoden genutzt. Beispielsweise qualitative Interviews oder Beobachtungen im relevanten Kontext.

„Sichtweise definieren“

Anschließend folgt die Phase „Sichtweise definieren“. Um das Potential der ersten Phase auszuschöpfen, werden die Erkenntnisse zusammengetragen, diskutiert und visualisiert. Anhand dieser Erkenntnisse wird dann eine Problemstellung aus der Sicht der Nutzer definiert. Eine enge Problemdefinition führt dabei nicht nur zu einer höheren Qualität der Ideen, sondern erhöht auch die Quantität. Gleichzeitig hilft sie Entscheidungen zu treffen, ob Ideen weiter verfolgt werde sollten.

„Ideen generieren“

Um in die Phase „Ideen generieren“ überzugehen, wird die Problemstellung in Teilaspekte zerlegt, die wiederum als Themen für folgende Brainstorming Sessions dienen. Ziel ist dann nicht eine einzelne Lösung zu finden, sondern eine breite Auswahl an Lösungsansätzen. Erreicht wird dies durch eine inspirierende Umgebung, sowie das zu Hilfe nehmen von Kreativtechniken wie Brainstorming. Wichtig ist dabei die Bewertung aufzuschieben und auf Quantität zu setzen.

„Prototypen entwickeln“

Erst als Übergang zur Phase „Prototypen entwickeln“ kann im Team über Auswahlkriterien für die Ideen diskutiert werden. Beginnt man mit der Entwicklung der Prototypen, ist schnelles Feedback entscheidend. Jeder Prototyp soll dabei zu einem Erkenntnisgewinn führen und Teilaspekte des Problems abfragen. Dadurch entstehen neuen Ideen und Verbesserungsvorschläge für bestehende Prototypen, sowie Ansätze zur Nachbesserung der definierten Sichtweise. In einzelne Prototypen sollte dabei nicht zu viel investiert werden.

„Testen“

In der Testphase soll schließlich schnellstmöglich Feedback eingeholt werden. Dabei wird nicht nur abgefragt, ob ein Prototyp gefällt oder nicht, sondern warum dies so ist. Es ist entscheidend, den Prototypen im richtigen Kontext zu testen, um realitätsnahe Ergebnisse zu erhalten.

Als letzte Phase stellt das Testen dabei nicht das Ende des DT Prozesses dar. Einzelne bzw. mehrere Teilschritte, sowie der gesamte Prozess sind wiederholbar. Die Teilschritte müssen dabei keine feste Ordnung durchlaufen und gehen fließend ineinander über.

Wie Design Thinking angewandt werden kann und wie es das Problem des Rückgeldes löst, zeigt das Beispiel der Bank of America. Ausgangslage war die Schwierigkeit der Neukundengewinnung für Sparkonten, vor allem bei Müttern der Babyboomer Generation. Daher führte man 3 Monate lang Qualitative Interviews und Beobachtungen mit 12 Haushalten der Zielgruppe durch. („Verstehen & Beobachten“) Dies ergab vier zentrale Ergebnisse. Die Zielgruppe rundete Ausgaben im Haushaltbuch aus Kalkulationszwecken auf und freute sich, wenn am Ende des Monats mehr Geld auf dem Konto war als erwartet. Sogar beim Kauf selbst wurde aus Bequemlichkeit gerundet. Gleichzeitig hatten die meisten Probleme beim Sparen. Die Sichtweise wurde auf dieser Basis durch zwei Bedürfnisse definiert.  Zum einen möchte man, wenn man seine Finanzen überprüft, einen schnellen Überblick bekommen. Zum anderen möchte man, dass die Ersparnisse höher sind als erwartet. („Sichtweise definieren“) Um diese Bedürfnisse zu erfüllen, entstanden in 20 Brainstorming Sessions 80 Produktkonzepte. Darunter auch die Idee, dass wenn der Nutzer etwas mit Karte bezahlt, der Betrag aufgerundet und die Differenz auf ein Sparkonto übertragen wird. Das löst sowohl das Problem der Bequemlichkeit, als auch das Sparproblem. („Ideen generieren“) Diese Idee wurde in einem Comicfilm dargestellt („Prototypen entwickeln“) und anschließend mit 1600 Kunden getestet. („Testen“) Die Implementierung des fertigen Services, der „Keep the Change“ getauft wurde, führte im ersten Jahr zu 700.000 neuen Girokonten und 1.000.000 neuen Sparkonten. Damit schaffte er nicht nur einen beträchtlichen Mehrwert für die Kunden, sondern war auch ein voller Erfolg für die Bank of America.

Um Design Thinking sinnvoll einzusetzen, ist die starke Nutzerorientierung zentral. Aus diesem Grund eignen sich Marktforschungsmethoden optimal, um bewusste und unbewusste Bedürfnisse und Erwartungen der Nutzer zu erfassen und daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten.

DCORE bietet hierfür ein breites Leistungsportfolio, um Unternehmen bei ihrem Innovationsvorhaben zu unterstützen. In der Phase „Verstehen & Beobachten“ können durch Leistungen wie das Daily Media Protocol oder die Insight Communities wichtige Erkenntnisse über die Verhaltensweise und die Bedürfnisse der Zielgruppe gesammelt werden. Unbewusste Vorgänge können durch Tracking und Guided Surfing erfasst werden. Für die Phase „Testen“ eignen sich vor allem die Insight Communities, die ein schnelles Feedback der Nutzer für die entwickelten Prototypen ermöglichen. Des Weiteren steht DCORE natürlich in jeder Phase des Prozesses gerne beratend zur Seite.

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BLOG: Vom Meinungsführer zum Influencer

Michael Seitz – 08.08.2017

Influencer Marketing ist in aller Munde. In keinem Marketing-Newsletter darf derzeit ein Artikel über die Relevanz für die Markenkommunikation eines Foto-Bloggers oder Youtube-Stars fehlen. In der Tat haben Influencer einen großen Einfluss auf ihre Fangemeinde. Doch was unterscheidet den Social-Media Influencer vom klassischen Meinungsführer?

Zunächst einmal ist das Phänomen des Meinungsführers nichts Neues. Er wurde bereits 1940 von Paul Felix Lazarsfeld entdeckt. Demzufolge sind Meinungsführer Personen in einer sozialen Gruppe, denen von den übrigen Mitgliedern in Bezug auf bestimmte Fragestellungen bzw. Themen besondere Fähigkeiten zugeschrieben werden. Der Meinungsführer übt kompetenten und emotionalen Einfluss auf die Einstellungen der anderen Gruppenmitglieder aus. Dieser Einfluss gilt auch bei der positiven oder negativen Einschätzung von Konsumartikeln und Dienstleistungen. Das macht den Meinungsführer interessant für die Vermarktung. Das Marketing will den Meinungsführer gezielt mit Werbung ansprechen und die Marktforschung kann ihn anhand bestimmter Merkmale identifizieren, meistens indem sich die Probanden selbst einschätzen.

Beispielsweise inwieweit sie folgender Frage zustimmen: „Ich werde oft von Freunden und Familienmitgliedern um Rat gefragt.“ Erhebt man gleichzeitig die Mediennutzung und Interessen des Probanden, ist es möglich den Meinungsführer im Nachhinein gezielt ansprechen.

Der Influencer hingegen ist ein erst in den Nullerjahren entstandener Begriff und beschreibt Personen, die aufgrund ihrer starken Präsenz und ihres hohen Ansehens in einem oder mehreren sozialen Netzwerken für Werbung und Vermarktung in Frage kommen. Als Multiplikatoren und Meinungsführer stehen sie im Zentrum ihres eigenen Netzwerks und sind rege mit Anderen vernetzt. Ähnlich wie der Meinungsführer genießen die Influencer Autorität sowie Glaubwürdigkeit und besetzen damit eine Schlüsselposition innerhalb ihrer Gruppe. Beiden gemeinsam ist also der Einfluss auf ihre Anhängerschaft. Während die Anhängerschaft bei den Meinungsführern aber aus dem Freundeskreis, der Familie oder dem Arbeitsumfeld besteht, setzt sich diese Gruppe bei den Influencern aus einer riesigen Schar von Followern zusammen, deren  gemeinsame Verbindung aus der Zuneigung zu einem bestimmten Thema besteht, über das der Influencer regelmäßig berichtet. Ein weiterer Unterschied besteht in der Geschwindigkeit der Informationsübertragung. Beim klassischen Meinungsführer verbreiten sich Informationen über Word-of-Mouth innerhalb der Bevölkerung und sind deutlich langsamer als in sozialen Medien. Hier erreicht ein Beitrag tausende von Leuten in der Sekunde, in der er gepostet wird. Die größten Gegensätze bestehen also in der in der sozialen Konstellation des Umfelds (Zielgruppe), sowie der Reichweite und der Geschwindigkeit der verbreiteten Informationen.

Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung fand eine Weiterentwicklung vom Meinungsführer zum Influencer statt. Dieser ist sich seiner Stellung als Multiplikator in seiner Gruppe bewusst und nutzt sie, um sie als kommerzielle Dienstleistung anzubieten. Während Werbungtreibende den Meinungsführer erst ausfindig machen müssen, um Ihn anschließend adressieren zu können, kann man den Influencer direkt ansprechen. Durch vergleichsweise geringe Mittel und in kürzerer Zeit erreicht Werbung hierdurch eine große Anzahl einer bereits vorher bekannten Zielgruppe. Ist der Influencer glaubwürdig genug, könnte sich das Influencer Marketing für Marken und Unternehmen durchaus auszahlen.

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BLOG: Herzog Wilhelm von Bayern und sein Einfluss auf die Marktforschung

Wolfgang Dittrich – 24.07.2017

Nach 5 Jahren d.core wurde es uns in der Münchener Goethestraße doch etwas klein, zumal wir ja auch noch die DataLion GmbH als Untermieter bei uns haben. Nach kurzer und erfolgreicher Suche sind wir Mitte April in unsere neuen Geschäftsräume in die Herzog-Wilhelm-Str. 1 umgezogen. Das klingt nicht nur wichtig und hochherrschaftlich, das ist es auch – zumindest ein bisschen. Gleichzeitig haben wir ein wenig an unserem Auftritt gebastelt – neues Logo, neuer Web-Auftritt und sogar offiziell der neue Name: DCORE GmbH.

Der DCORE-Blog wird auch intensiviert – wir wollen über verschiedenste Themen schreiben und freuen uns auf Euer/Ihr Feedback. Damit das nicht allzu fachlich wird, heute ein Rückblick auf Herzog Wilhelm von Bayern.
Zunächst einmal: Herzog Wilhelm (HW) gab es ungefähr fünfmal. Namensgeber unserer neuen Adresse war Herzog Wilhelm der Fünfte (HW5), wer will kann die anderen vier überspringen. Für alle historisch Interessierten hier eine maximal verkürzte Kurzfassung aller fünf HW‘s:

Wilhelm I. von Bayern (1330 – 1389) war Herzog von Bayern-Straubing. Er war ein Sohn Kaiser Ludwigs IV. des Bayern, der erstmal die Wittelsbacher gegen die Habsburger durchsetzte, römisch-deutscher Kaiser wurde und die Besitztümer ausbaute: Zusätzlich zu den angestammten Besitzungen in Bayern und der Pfalz erwarb er Brandenburg und Tirol sowie Holland, Seeland und den Hennegau (heute zwischen Belgien und Frankreich gelegen). Ludwig IV. starb 1347, in der wohl schlimmsten Zeit im Spätmittelalter, als die Pestepidemie sich rasant ausbreitete und die Bevölkerung Europas dramatisch reduzierte (ca. 1330 – 1450). Außerdem brach 1337 der hundertjährige Krieg zwischen England und Frankreich aus und die Kirche spaltete sich 1378, weshalb es 40 Jahre lang einen Gegenpapst mit Sitz in Avignon gab. Zusammen mit seinem Bruder Stephan regierte er das Herzogtum Straubing – Holland. Mit 27 Jahren erkrankte er geistig, trat ab und sein Bruder Stephan übernahm. Stephan festigte das erst 1353 neu gebildete Herzogtum wirtschaftlich und innenpolitisch und brachte es durch seine Heiratspolitik zu europäischer Größe. Stephan hatte einen Sohn, nämlich

Wilhelm II. von Bayern-Straubing (1365-1417)
Die Verheiratung mit Marie, Tochter des französischen Königs Karl V. scheiterte 1377, da Marie kurz vor der Hochzeit starb. Er war vielleicht sowieso noch etwas jung dafür (12 Jahre alt). Dann musste halt Margarete v. Burgund herhalten, die er mit 20 Jahren heiratete. Wie gesagt, europäische Größe war angesagt. Aber: Er verkrachte sich mit seinem Vater Stephan, flüchtete nach England, sie versöhnten sich und er kam zurück nach Straubing. Er wurde dann Herzog von Straubing-Holland und machte mit der Heiratspolitik weiter: Seine einzige Tochter Jakobäa vermählte er 1406 im Kindesalter mit dem nur wenig älteren Johann von Wallonien, dem Sohn Königs Karls VI. von Frankreich, der 1415 zum Thronfolger ernannt wurde.
Trotz aller Erfolge hatte Wilhelm auch mit einigen Problemen zu kämpfen: z.B. die ständigen Scharmützel mit dem niederländischen Adel, auch die Friesen besiegte er nie endgültig. Wilhelm starb 1417 an den Folgen eines Hundebisses.

Wilhelm III. (1375 – 1435) war gemeinsam mit seinem älteren Bruder Ernst Herzog von Bayern-München (dem Herzogtum, nicht dem Fußballverein).
Wilhelm wurde 1375 in München als Sohn des wittelsbachischen Herzogs Johann II geboren. Sein Vater Johann erhielt bei der Landesteilung von 1392 das Teilherzogtum Bayern-München. Es gab eine Menge Streitereien z.B. mit seinem Onkel Stephan III, mit Ruprecht von der Pfalz und den böhmischen Hussiten.
1433 heiratete Wilhelm die siebzehnjährige Margarete von Kleve, da er fürchtete, dass es wegen der nicht standesgemäßen Verbindung seines Neffen (Ernsts Sohn) Albrecht III. mit der Baderstochter Agnes Bernauer keinen legitimen Nachfolger im Herzogsamt geben könnte. Sie hatten zwei Söhne, er selber starb kurz darauf im Alter von 60 Jahren. Ernst III wurde sein Nachfolger, sein Sohn Adolf war mit 2 Jahren noch etwas jung um sich durchzusetzen, Ernst ließ seine Frau Agnes Bernauer hinrichten und so konnte sein Sohn Albrecht ihm als Herzog nachfolgen.

Wilhelm IV. der Standhafte (1493 – 1550), Herzog von Bayern von 1508 bis 1550,
erließ 1516 mit seinem Bruder Ludwig eine neue Bayerische Landesordnung. In dieser wurden unter anderem der Preis und die Inhaltsstoffe von Bier geregelt (ja, genau, das Reinheitsgebot!). Der 23. April 1516 wird deswegen als Tag des Deutschen Bieres gefeiert. 1518 veröffentlichte er eine Landrechtsreform und 1520 führe er die erste einheitliche Gerichtsordnung in Bayern ein.
Den Kirchenbann gegen Martin Luther ließ er ebenso wie sein Bruder anfangs nicht vollstrecken. Am 25. Mai 1521 verkündeten die Brüder jedoch das Wormser Edikt in München und Landshut. Von nun an wurden Luthers Anhänger verhaftet und des Landes verwiesen. Wilhelm ließ sich 1524 vom Papst Clemens VII. durch die Abtretung der Hoheitsrechte über die bayrischen Bischöfe und der Einkünfte der kirchlichen Institute für die Sache des Katholizismus gewinnen und war einer der eifrigsten Gegner der Reformation, die er in Bayern nicht aufkommen ließ.

Wilhelm V. der Fromme (1548 – 1626)
wurde als zweiter Sohn Albrechts V. auf Burg Trausnitz über Landshut geboren, einem alten Herrschaftsmittelpunkt der Wittelsbacher. 1568 heiratete er Renata von Lothringen. Die Hochzeit wurde mit großem Aufwand in der Münchener Residenz München gefeiert. Anschließend zog das Prinzenpaar auf Burg Trausnitz ein, wo ein großer künstlerischer Aufwand getrieben wurde. Renata brachte vor allem Kenntnisse der französischen und spanischen Hofkultur nach Landshut. Wilhelm wiederum war eng mit den Habsburgern, aber auch den Medici verwandt, so dass auch die künstlerischen Zentren Innsbruck, Wien und Florenz Vorbildwirkungen entfalteten.
Nach dem Tod des Vaters übernahm Wilhelm V. 1579 die Regierung im Herzogtum Bayern und siedelte mit Renata in die Residenz in München über. HW5 setzt die gegenreformatorische Politik seines Vaters fort. 1583 besiegelt er in München ein Konkordat, das die erweiterten Kompetenzen des Landesherrn in kirchlichen Fragen regelte. Im Kurkölnischen Krieg siegte er, und so stellten die Wittelsbacher bis 1761 den Kölner Kurfürsten und Erzbischof. Er förderte die Künste und die katholische Kirche. Er errichtete das Jesuitenkloster in München und ab 1583 mit der Michaelskirche die größte Renaissancekirche nördlich der Alpen. Unter ihm kamen die Jesuiten auch nach Altötting, Regensburg, Biburg, Münchsmünster und Ebersberg.
Wilhelm litt zunehmend unter den Anforderungen, sein finanziell marodes Herzogtum zu regieren und flüchtete in die Askese. Das Bier wurde für sein Herzogtum immer wichtiger: Nämlich als Sparmaßnahme ließ er 1589 die erste Hofbrauerei einrichten, da das aus der Ferne importierte Bier für den Münchner Hof erhebliche Kosten verursachte. Wohl deshalb haben wir heute so viele Brauereien in München, die wir auch brauchen, um genug Bier fürs Oktoberfest zu brauen.
1596 errichtete er zwischen Moosach und Feldmoching, im Gebiet der heutigen Fasanerie (München) eine Fasanenzucht und dankte in 1597 ab.

Ob Herzog Wilhelm V. viel für die Marktforschung tat ist nicht überliefert, aber nach ihm wurde die Straße benannt, in der DCORE seit dem 22. April 2017 seinen Sitz hat. Statt der Künste, dem Bier und der katholischen Kirche fördert DCORE die Medienforschung, Datenanalyse und den Bierkonsum mit aller Kraft, mit dem wachsendem Team und vor allem mit Hilfe des Vertrauens seiner Auftraggeber, für das DCORE sich nicht oft genug bedanken kann.

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BLOG: Digitale Werbewirkung – die besondere Wirkung von Native Advertising

Bettina Zerwes – 24.05.2017

Etwa 10.000 Werbebotschaften strömen Tag für Tag auf jeden von uns ein – in der U-Bahn, im Büro, auf dem Heimweg und abends auf dem Sofa. An wie viele davon erinnern wir uns? Welche davon lösen eine Handlung aus? Die wenigsten. Im digitalen Umfeld spricht man aktuell von einer Klickrate von unter 1% bei Displaywerbung. Es besteht also Handlungsbedarf. Die Frage, die sich Werbungtreibenden und Vermarktern zugleich stellt, ist: Wie kann ein Internetnutzer auf spannende und interessante Marken und Produkte aufmerksam gemacht werden? „Native Advertising“ ist aktuell die Antwort, die aus vielen Ecken zu hören ist.

Native Ads begegnen Nutzern in Umgebungen, in denen sie sich aufhalten und die sie von sich aus aufsuchen. Dies können informative Webseiten wie Online-Zeitungen sein, aber auch soziale Netzwerke, der Email-Anbieter oder Service-Plattformen. An dieser Stelle werden Werbebotschaften platziert, die sich in das Gesamtbild integrieren. Der Nutzer wird folglich nicht aus dem Lesefluß gerissen und die Ad wenig störend wahrgenommen.

Bei Native Advertising geht es um Geschichten. Gute Geschichten mit hochwertigen Inhalten. Es steht nicht die Marke im Vordergrund, vielmehr wird ein Gefühl vermittelt, das mit der Marke assoziiert werden soll – das Markenimage. Nehmen wir folgendes Beispiel: Eine Marke integriert eine Native Ad auf einer Online-Nachrichtenplattform. Dies ist ein redaktioneller Artikel, dessen Inhalt zum Markenimage passt, aber nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit Markenprodukten steht – geschrieben von der Werbe- oder Medienmarke. Wichtig dabei ist, den Markennamen nicht möglichst häufig zu platzieren, sondern qualitativ hochwertige Inhalte darzustellen. Der Artikel soll für den Leser einen Mehrwert bieten, die Werbemarke tritt als Experte für bestimmte Themen auf. Das Ziel ist es durch Geschichten Vertrauen in die Marke aufzubauen und die Positionierung der Marke klarzustellen. Ein perfekter Fit und Harmonie von Werbemarke und Werbeplattform sind dafür höchstrelevant.

Dabei geht es nicht darum, den Leser zu täuschen, ihm Werbebotschaften „unterzujubeln“. Eine klare Kennzeichnung als Werbung sowie die offene Nennung des Werbungtreibenden sind essentiell. In dieser Hinsicht sind sich sowohl Werbungtreibende als auch Vermarkter einig – wie beispielsweise die Veranstaltung zum Thema: Advertising Heroes – Next Challenge Native Advertising zeigt, die am 16.05.2017 in München von der W&V organisiert wurde. Auch unsere Studien zu dem Thema bestätigen die hohe Wichtigkeit einer Kennzeichnung für die Akzeptanz beim Nutzer. Die Kennzeichnung als Werbung und die Nennung des Absenders (=Markenname) sind für die Nutzer Sympathieträger und vermitteln Kompetenz. Werden diese Voraussetzungen nicht erfüllt, entsteht beim Nutzer Ablehnung.

Unabhängig von den Nutzererwartungen nach Kennzeichnung und Branding hat in jedem Fall auch die Werbemarke ein Interesse daran, sich klar als Absender der Native Ads zu nennen. Denn nur so kann sie sich mit dem Inhalt in Verbindung bringen. Ob es also eine Kennzeichnung geben soll, steht also im aktuellen Diskussionsstand außer Frage.

„Native Advertising ist wie ein erstes Date“ (Frank Vogel, G&J eMS) – Kennenlernen, Sympathie aufbauen, Interesse schaffen.

Native Advertising ist keine Neuerfindung der Online-Werbung. Es stellt lediglich den Versuch dar, den Menschen dort zu erreichen, wo er sich aufhält. Dadurch kann eine höhere Aufmerksamkeit erreicht werden. Indem die Ads Geschichten erzählen, haben Unternehmen die Chance, sich als Experten zu positionieren und Wissen zu vermitteln. Dieses Wissen wird mit Werbemarken verknüpft und damit der Marke ein Ratgeberstatus in bestimmten Themenbereichen zugewiesen. Zudem wecken die Inhalte Emotionen und Assoziationen, welche in Kombination mit dem Absender tief im Gedächtnis abgespeichert werden und einfach wieder abgerufen werden können. Dadurch können qualitativ hochwertige Inhalte für ein Unternehmen bzw. eine Marke zu Interesse und Glaubwürdigkeit führen. Auch können bestimmte Image-Parameter gezielt untergebracht werden.

Native Advertising eignet sich aufgrund dieser Wirkweisen weniger um den Abverkauf konkreter Produkte zu boosten. Vielmehr bietet die Werbeform die Möglichkeit, eine langfristige Beziehung zum Kunden aufzubauen und zu intensivieren. Dennoch kann Native Advertising auch auf die Kaufbereitschaft Einfluss nehmen. Es gibt einen ersten Impuls, den „Zero Moment of Truth“, schafft Interesse und kann somit die erste Informationsquelle zu einem Produktkauf sein.

Und wie sieht das mobil aus?

Zusätzlich hervorzuheben ist die Stärke von Native Advertising in mobilen Umfeldern. Nutzer mobiler Devices sind unterwegs, haben nicht viel Zeit, die Aufmerksamkeitsspanne ist kürzer. Hier ist es umso relevanter, Nutzer schnell zu fassen. Kilometer werden täglich auf jedem Smartphone gescrollt. Welche Anreize bringen den Nutzer dazu das Scrollen zu stoppen und auf einem Punkt zu verweilen? Dies passiert entweder durch auffällige oder eben durch spannende und ansprechende Inhalte. Spannend und ansprechend – das bringt uns wieder zu nativen Werbeinhalten.

Auf diese Weise stellt Native Advertising im gesamten Online-Marketing-Potpourri eine relevante Option dar, Zielgruppen zu erreichen. Bei sorgfältig zugeschnittenem und sinnvollem Einsatz kann die Werbeform verwendet werden, um mit Qualitäten wie Glaubwürdigkeit, Kundenbindung und Expertise zu punkten.