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BLOG: Wie wirken Instagram-Kampagnen? Eine Untersuchung der Wahrnehmung von Produktplatzierungen ausgewählter Blogger/Influencer auf Instagram.

Franziska Scharch- 28.02.2018

Schon seit einigen Jahren werden die klassischen Werbeformen ergänzt durch das Influencer-Marketing. Die sogenannten Influencer verbreiten tagtäglich auf Ihrem Blog, auf Instagram oder auch Youtube zu unterschiedlichsten Themen eigene Beiträge und fungieren zudem für bestimmte Unternehmen als Werbeträger. Das ist auch nicht überraschend – so ist es möglich durch eine Influencer Kampagne auch Zielgruppen zu erschließen, die durch klassische Werbung schwer erreichbar sind. Aktuell wird die neue Werbeform auch rechtlich durch die Einführung einer Kennzeichnungspflicht geregelt. Laut HORIZONT steigen die Werbeausgaben in den Sozialen Medien weiter an.*1 Aber wie werden die neuen Werbeformen von den Konsumenten wahrgenommen und im Vergleich zu Kampagnen in den klassischen Medien bewertet?

DCORE hat zusammen mit dem Online-Access-Panel respondi ca. 1.000 Onliner ab 14 Jahren befragt. Für die online-repräsentative Befragung wurden insgesamt zehn Anzeigen ausgewählt (jeweils fünf Print-Motive und fünf Instagram-Anzeigen). Jeder Befragte sah eine Anzeige und sollte diese anschließend bewerten. Im Anschluss an die Bewertung wurden die Teilnehmer auch nach Ihrer generellen Einstellung zu Bloggern/Influencern befragt. Die ausgewählten Influencer sind zum Teil sehr populär (z.B: Lena Gercke), aber auch weniger bekannte Influencer wurden einbezogen. Um eine möglichst große Spannweite abzudecken, wurden Anzeigen aus verschiedenen Branchen (Automotive, Sport, Fashion, FMCG und Beauty) beurteilt.

Die Ergebnisse zeigen auf den ersten Blick ein konträres Bild: Jeder zweite nimmt Produktplatzierungen von Bloggern/Influencern nicht anders wahr als „klassische Werbung“. Vor allem Instagram-Nutzer stehen den neueren Werbeformen sehr aufgeschlossen gegenüber: Sie haben ein besonders hohes Vertrauen in die Produktempfehlungen der Blogger/Influencer. Zudem nimmt nahezu jeder zweite Instagram-Nutzer die Empfehlungen als glaubwürdiger wahr als „klassische Werbung“. Die Produktempfehlungen fungieren für sie als Inspirationsquelle. Es ist daher nicht überraschend, dass bereits jeder dritte Instagram-Nutzer schon mal ein Produkt gekauft hat, weil es von einem Influencer empfohlen wurde. In der Bewertung von Bloggern/Influencern gibt es kaum Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Interessanterweise lassen sich die höher Gebildeten jedoch emotional stärker auf Blogger/Influencer ein: Sie lassen sich eher von ihnen inspirieren und können sich eher mit ihnen identifizieren als Teilnehmer mit niedriger und mittlerer Bildung.

Während die Verbraucher generell aufgeschlossen gegenüber Instagram-Anzeigen sind, zeigt sich im direkten Vergleich jedoch, dass die Print-Anzeigen insgesamt deutlich besser bewertet werden. Auch die Instagram-Nutzer, die generell den neuen Werbeformen aufgeschlossen gegenüberstehen, beurteilen die Print-Anzeigen deutlich besser als die Instagram-Varianten (mit Ausnahme von dem KPI „wirkt modern und zeitgemäß“). Vor allem bezüglich Verständlichkeit, Brand Fit, Optik und Glaubwürdigkeit schneiden die Print-Anzeigen besser ab als die Instagram-Anzeigen. Das liegt vermutlich daran, dass die „klassische Werbung“ als Werbeform aktuell noch gelernter und vertrauter ist als die Instagram-Werbeposts und die Print-Anzeige somit im direkten Vergleich besser beurteilt wird.

Im Hinblick auf die getesteten Instagram-Anzeigen scheint ein Zusammenhang zwischen der Sympathie des Influencers und der Kampagnenbewertung zu bestehen. Die beiden Instagram-Anzeigen, die den besten Wert hinsichtlich des KPI „Die Werbung gefällt mir.“ erreichen, werden auch bezüglich der Sympathie des jeweiligen Bloggers/Influencers am besten bewertet. Um diesen Zusammenhang adäquat belegen zu können, müsste dieser in weiteren Forschungen mit höheren Fallzahlen untersucht werden.

Somit liefert die Studie erste spannende Erkenntnisse über die Wirkung von Werbeposts von Influencern und Bloggern, lässt aber auch noch weitere Fragen offen, die es näher zu untersuchen gilt.

Hier geht’s zu den Ergebnissen.

*1 http://www.horizont.net/marketing/nachrichten/Zenith-Prognose-Social-Media-Werbung-ueberholt-Print-in-vier-Jahren-144594

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BLOG: Design Thinking – Was kann die Innovationsmethode?

Bettina Zerwes, Patricia Kehm – 22.08. 2017

Ein klassisches Problem des Alltags. Man bezahlt seinen Einkauf und erhält als Rückgeld lauter kleine, rote Münzen. Münzen, die einem das Behalten der Übersicht erschweren oder Münzen, die einem verloren gehen, weil man aus Bequemlichkeit den Betrag einfach aufrundet. Dass es für dieses Problem aber auch eine Lösung gibt, konnte mithilfe des Design Thinkings (DT) gezeigt werden. DT ist derzeit in aller Munde. Immer mehr Unternehmen interessieren sich für die Innovationsmethode und in manchen ist DT bereits fester Bestandteil der Unternehmenskultur. Doch was ist Design Thinking überhaupt? Wie lässt sich diese Methode anwenden? Spielt sie auch für die Marktforschung eine Rolle und wie hängt das alles mit dem Problem des Rückgeldes zusammen?

Design Thinking ist in erster Linie eine Innovationsmethode. Sie zeichnet sich durch eine systematische Herangehensweise an komplexe Fragestellungen aus und basiert auf einer starken Nutzerorientierung. Namensgeber ist David Kelley, der Gründer der Design- und Innovationsagentur IDEO. Durch die Erfolge, die er und seine Agentur durch DT feiern konnten, wurde die Methode schnell populär. Der Begriff verrät dabei bereits, dass sich die Methode eigentlich auf die Denkweise im Bereich Design und verwandten Gebieten zurückführen lässt. Die Systematik des Prozesses erlaubt allerdings eine Anwendung auf Probleme aus verschiedensten Bereichen.

Als Methode ist Design Thinking vor allem dann effizient einsetzbar, wenn noch keine konkrete Lösung für ein Problem vorliegt, beziehungsweise wenn das Problem an sich noch nicht klar definiert ist. Der Erfolg hängt dann von mehreren Einflussgrößen ab.

Der Design Thinking Prozess gliedert sich in 5 Phasen, die stark ineinander greifen und im Laufe des Prozesses auch mehrfach wiederholt werden können:

„Verstehen & Beobachten“

In der ersten Phase sollen die Nutzer im Kontext des Problems verstanden werden. Wie verhalten sie sich und aus welchem Grund? Welche Bedürfnisse haben sie und welche Werte und Ansichten vertreten sie? Diese Einblicke liefern Hinweise darauf, wie eine Innovation einen Mehrwert für sie schaffen kann. Um dies zu erreichen werden vor allem qualitative Forschungsmethoden genutzt. Beispielsweise qualitative Interviews oder Beobachtungen im relevanten Kontext.

„Sichtweise definieren“

Anschließend folgt die Phase „Sichtweise definieren“. Um das Potential der ersten Phase auszuschöpfen, werden die Erkenntnisse zusammengetragen, diskutiert und visualisiert. Anhand dieser Erkenntnisse wird dann eine Problemstellung aus der Sicht der Nutzer definiert. Eine enge Problemdefinition führt dabei nicht nur zu einer höheren Qualität der Ideen, sondern erhöht auch die Quantität. Gleichzeitig hilft sie Entscheidungen zu treffen, ob Ideen weiter verfolgt werde sollten.

„Ideen generieren“

Um in die Phase „Ideen generieren“ überzugehen, wird die Problemstellung in Teilaspekte zerlegt, die wiederum als Themen für folgende Brainstorming Sessions dienen. Ziel ist dann nicht eine einzelne Lösung zu finden, sondern eine breite Auswahl an Lösungsansätzen. Erreicht wird dies durch eine inspirierende Umgebung, sowie das zu Hilfe nehmen von Kreativtechniken wie Brainstorming. Wichtig ist dabei die Bewertung aufzuschieben und auf Quantität zu setzen.

„Prototypen entwickeln“

Erst als Übergang zur Phase „Prototypen entwickeln“ kann im Team über Auswahlkriterien für die Ideen diskutiert werden. Beginnt man mit der Entwicklung der Prototypen, ist schnelles Feedback entscheidend. Jeder Prototyp soll dabei zu einem Erkenntnisgewinn führen und Teilaspekte des Problems abfragen. Dadurch entstehen neuen Ideen und Verbesserungsvorschläge für bestehende Prototypen, sowie Ansätze zur Nachbesserung der definierten Sichtweise. In einzelne Prototypen sollte dabei nicht zu viel investiert werden.

„Testen“

In der Testphase soll schließlich schnellstmöglich Feedback eingeholt werden. Dabei wird nicht nur abgefragt, ob ein Prototyp gefällt oder nicht, sondern warum dies so ist. Es ist entscheidend, den Prototypen im richtigen Kontext zu testen, um realitätsnahe Ergebnisse zu erhalten.

Als letzte Phase stellt das Testen dabei nicht das Ende des DT Prozesses dar. Einzelne bzw. mehrere Teilschritte, sowie der gesamte Prozess sind wiederholbar. Die Teilschritte müssen dabei keine feste Ordnung durchlaufen und gehen fließend ineinander über.

Wie Design Thinking angewandt werden kann und wie es das Problem des Rückgeldes löst, zeigt das Beispiel der Bank of America. Ausgangslage war die Schwierigkeit der Neukundengewinnung für Sparkonten, vor allem bei Müttern der Babyboomer Generation. Daher führte man 3 Monate lang Qualitative Interviews und Beobachtungen mit 12 Haushalten der Zielgruppe durch. („Verstehen & Beobachten“) Dies ergab vier zentrale Ergebnisse. Die Zielgruppe rundete Ausgaben im Haushaltbuch aus Kalkulationszwecken auf und freute sich, wenn am Ende des Monats mehr Geld auf dem Konto war als erwartet. Sogar beim Kauf selbst wurde aus Bequemlichkeit gerundet. Gleichzeitig hatten die meisten Probleme beim Sparen. Die Sichtweise wurde auf dieser Basis durch zwei Bedürfnisse definiert.  Zum einen möchte man, wenn man seine Finanzen überprüft, einen schnellen Überblick bekommen. Zum anderen möchte man, dass die Ersparnisse höher sind als erwartet. („Sichtweise definieren“) Um diese Bedürfnisse zu erfüllen, entstanden in 20 Brainstorming Sessions 80 Produktkonzepte. Darunter auch die Idee, dass wenn der Nutzer etwas mit Karte bezahlt, der Betrag aufgerundet und die Differenz auf ein Sparkonto übertragen wird. Das löst sowohl das Problem der Bequemlichkeit, als auch das Sparproblem. („Ideen generieren“) Diese Idee wurde in einem Comicfilm dargestellt („Prototypen entwickeln“) und anschließend mit 1600 Kunden getestet. („Testen“) Die Implementierung des fertigen Services, der „Keep the Change“ getauft wurde, führte im ersten Jahr zu 700.000 neuen Girokonten und 1.000.000 neuen Sparkonten. Damit schaffte er nicht nur einen beträchtlichen Mehrwert für die Kunden, sondern war auch ein voller Erfolg für die Bank of America.

Um Design Thinking sinnvoll einzusetzen, ist die starke Nutzerorientierung zentral. Aus diesem Grund eignen sich Marktforschungsmethoden optimal, um bewusste und unbewusste Bedürfnisse und Erwartungen der Nutzer zu erfassen und daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten.

DCORE bietet hierfür ein breites Leistungsportfolio, um Unternehmen bei ihrem Innovationsvorhaben zu unterstützen. In der Phase „Verstehen & Beobachten“ können durch Leistungen wie das Daily Media Protocol oder die Insight Communities wichtige Erkenntnisse über die Verhaltensweise und die Bedürfnisse der Zielgruppe gesammelt werden. Unbewusste Vorgänge können durch Tracking und Guided Surfing erfasst werden. Für die Phase „Testen“ eignen sich vor allem die Insight Communities, die ein schnelles Feedback der Nutzer für die entwickelten Prototypen ermöglichen. Des Weiteren steht DCORE natürlich in jeder Phase des Prozesses gerne beratend zur Seite.

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BLOG: Vom Meinungsführer zum Influencer

Michael Seitz – 08.08.2017

Influencer Marketing ist in aller Munde. In keinem Marketing-Newsletter darf derzeit ein Artikel über die Relevanz für die Markenkommunikation eines Foto-Bloggers oder Youtube-Stars fehlen. In der Tat haben Influencer einen großen Einfluss auf ihre Fangemeinde. Doch was unterscheidet den Social-Media Influencer vom klassischen Meinungsführer?

Zunächst einmal ist das Phänomen des Meinungsführers nichts Neues. Er wurde bereits 1940 von Paul Felix Lazarsfeld entdeckt. Demzufolge sind Meinungsführer Personen in einer sozialen Gruppe, denen von den übrigen Mitgliedern in Bezug auf bestimmte Fragestellungen bzw. Themen besondere Fähigkeiten zugeschrieben werden. Der Meinungsführer übt kompetenten und emotionalen Einfluss auf die Einstellungen der anderen Gruppenmitglieder aus. Dieser Einfluss gilt auch bei der positiven oder negativen Einschätzung von Konsumartikeln und Dienstleistungen. Das macht den Meinungsführer interessant für die Vermarktung. Das Marketing will den Meinungsführer gezielt mit Werbung ansprechen und die Marktforschung kann ihn anhand bestimmter Merkmale identifizieren, meistens indem sich die Probanden selbst einschätzen.

Beispielsweise inwieweit sie folgender Frage zustimmen: „Ich werde oft von Freunden und Familienmitgliedern um Rat gefragt.“ Erhebt man gleichzeitig die Mediennutzung und Interessen des Probanden, ist es möglich den Meinungsführer im Nachhinein gezielt ansprechen.

Der Influencer hingegen ist ein erst in den Nullerjahren entstandener Begriff und beschreibt Personen, die aufgrund ihrer starken Präsenz und ihres hohen Ansehens in einem oder mehreren sozialen Netzwerken für Werbung und Vermarktung in Frage kommen. Als Multiplikatoren und Meinungsführer stehen sie im Zentrum ihres eigenen Netzwerks und sind rege mit Anderen vernetzt. Ähnlich wie der Meinungsführer genießen die Influencer Autorität sowie Glaubwürdigkeit und besetzen damit eine Schlüsselposition innerhalb ihrer Gruppe. Beiden gemeinsam ist also der Einfluss auf ihre Anhängerschaft. Während die Anhängerschaft bei den Meinungsführern aber aus dem Freundeskreis, der Familie oder dem Arbeitsumfeld besteht, setzt sich diese Gruppe bei den Influencern aus einer riesigen Schar von Followern zusammen, deren  gemeinsame Verbindung aus der Zuneigung zu einem bestimmten Thema besteht, über das der Influencer regelmäßig berichtet. Ein weiterer Unterschied besteht in der Geschwindigkeit der Informationsübertragung. Beim klassischen Meinungsführer verbreiten sich Informationen über Word-of-Mouth innerhalb der Bevölkerung und sind deutlich langsamer als in sozialen Medien. Hier erreicht ein Beitrag tausende von Leuten in der Sekunde, in der er gepostet wird. Die größten Gegensätze bestehen also in der in der sozialen Konstellation des Umfelds (Zielgruppe), sowie der Reichweite und der Geschwindigkeit der verbreiteten Informationen.

Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung fand eine Weiterentwicklung vom Meinungsführer zum Influencer statt. Dieser ist sich seiner Stellung als Multiplikator in seiner Gruppe bewusst und nutzt sie, um sie als kommerzielle Dienstleistung anzubieten. Während Werbungtreibende den Meinungsführer erst ausfindig machen müssen, um Ihn anschließend adressieren zu können, kann man den Influencer direkt ansprechen. Durch vergleichsweise geringe Mittel und in kürzerer Zeit erreicht Werbung hierdurch eine große Anzahl einer bereits vorher bekannten Zielgruppe. Ist der Influencer glaubwürdig genug, könnte sich das Influencer Marketing für Marken und Unternehmen durchaus auszahlen.

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BLOG: Digitale Werbewirkung – die besondere Wirkung von Native Advertising

Bettina Zerwes – 24.05.2017

Etwa 10.000 Werbebotschaften strömen Tag für Tag auf jeden von uns ein – in der U-Bahn, im Büro, auf dem Heimweg und abends auf dem Sofa. An wie viele davon erinnern wir uns? Welche davon lösen eine Handlung aus? Die wenigsten. Im digitalen Umfeld spricht man aktuell von einer Klickrate von unter 1% bei Displaywerbung. Es besteht also Handlungsbedarf. Die Frage, die sich Werbungtreibenden und Vermarktern zugleich stellt, ist: Wie kann ein Internetnutzer auf spannende und interessante Marken und Produkte aufmerksam gemacht werden? „Native Advertising“ ist aktuell die Antwort, die aus vielen Ecken zu hören ist.

Native Ads begegnen Nutzern in Umgebungen, in denen sie sich aufhalten und die sie von sich aus aufsuchen. Dies können informative Webseiten wie Online-Zeitungen sein, aber auch soziale Netzwerke, der Email-Anbieter oder Service-Plattformen. An dieser Stelle werden Werbebotschaften platziert, die sich in das Gesamtbild integrieren. Der Nutzer wird folglich nicht aus dem Lesefluß gerissen und die Ad wenig störend wahrgenommen.

Bei Native Advertising geht es um Geschichten. Gute Geschichten mit hochwertigen Inhalten. Es steht nicht die Marke im Vordergrund, vielmehr wird ein Gefühl vermittelt, das mit der Marke assoziiert werden soll – das Markenimage. Nehmen wir folgendes Beispiel: Eine Marke integriert eine Native Ad auf einer Online-Nachrichtenplattform. Dies ist ein redaktioneller Artikel, dessen Inhalt zum Markenimage passt, aber nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit Markenprodukten steht – geschrieben von der Werbe- oder Medienmarke. Wichtig dabei ist, den Markennamen nicht möglichst häufig zu platzieren, sondern qualitativ hochwertige Inhalte darzustellen. Der Artikel soll für den Leser einen Mehrwert bieten, die Werbemarke tritt als Experte für bestimmte Themen auf. Das Ziel ist es durch Geschichten Vertrauen in die Marke aufzubauen und die Positionierung der Marke klarzustellen. Ein perfekter Fit und Harmonie von Werbemarke und Werbeplattform sind dafür höchstrelevant.

Dabei geht es nicht darum, den Leser zu täuschen, ihm Werbebotschaften „unterzujubeln“. Eine klare Kennzeichnung als Werbung sowie die offene Nennung des Werbungtreibenden sind essentiell. In dieser Hinsicht sind sich sowohl Werbungtreibende als auch Vermarkter einig – wie beispielsweise die Veranstaltung zum Thema: Advertising Heroes – Next Challenge Native Advertising zeigt, die am 16.05.2017 in München von der W&V organisiert wurde. Auch unsere Studien zu dem Thema bestätigen die hohe Wichtigkeit einer Kennzeichnung für die Akzeptanz beim Nutzer. Die Kennzeichnung als Werbung und die Nennung des Absenders (=Markenname) sind für die Nutzer Sympathieträger und vermitteln Kompetenz. Werden diese Voraussetzungen nicht erfüllt, entsteht beim Nutzer Ablehnung.

Unabhängig von den Nutzererwartungen nach Kennzeichnung und Branding hat in jedem Fall auch die Werbemarke ein Interesse daran, sich klar als Absender der Native Ads zu nennen. Denn nur so kann sie sich mit dem Inhalt in Verbindung bringen. Ob es also eine Kennzeichnung geben soll, steht also im aktuellen Diskussionsstand außer Frage.

„Native Advertising ist wie ein erstes Date“ (Frank Vogel, G&J eMS) – Kennenlernen, Sympathie aufbauen, Interesse schaffen.

Native Advertising ist keine Neuerfindung der Online-Werbung. Es stellt lediglich den Versuch dar, den Menschen dort zu erreichen, wo er sich aufhält. Dadurch kann eine höhere Aufmerksamkeit erreicht werden. Indem die Ads Geschichten erzählen, haben Unternehmen die Chance, sich als Experten zu positionieren und Wissen zu vermitteln. Dieses Wissen wird mit Werbemarken verknüpft und damit der Marke ein Ratgeberstatus in bestimmten Themenbereichen zugewiesen. Zudem wecken die Inhalte Emotionen und Assoziationen, welche in Kombination mit dem Absender tief im Gedächtnis abgespeichert werden und einfach wieder abgerufen werden können. Dadurch können qualitativ hochwertige Inhalte für ein Unternehmen bzw. eine Marke zu Interesse und Glaubwürdigkeit führen. Auch können bestimmte Image-Parameter gezielt untergebracht werden.

Native Advertising eignet sich aufgrund dieser Wirkweisen weniger um den Abverkauf konkreter Produkte zu boosten. Vielmehr bietet die Werbeform die Möglichkeit, eine langfristige Beziehung zum Kunden aufzubauen und zu intensivieren. Dennoch kann Native Advertising auch auf die Kaufbereitschaft Einfluss nehmen. Es gibt einen ersten Impuls, den „Zero Moment of Truth“, schafft Interesse und kann somit die erste Informationsquelle zu einem Produktkauf sein.

Und wie sieht das mobil aus?

Zusätzlich hervorzuheben ist die Stärke von Native Advertising in mobilen Umfeldern. Nutzer mobiler Devices sind unterwegs, haben nicht viel Zeit, die Aufmerksamkeitsspanne ist kürzer. Hier ist es umso relevanter, Nutzer schnell zu fassen. Kilometer werden täglich auf jedem Smartphone gescrollt. Welche Anreize bringen den Nutzer dazu das Scrollen zu stoppen und auf einem Punkt zu verweilen? Dies passiert entweder durch auffällige oder eben durch spannende und ansprechende Inhalte. Spannend und ansprechend – das bringt uns wieder zu nativen Werbeinhalten.

Auf diese Weise stellt Native Advertising im gesamten Online-Marketing-Potpourri eine relevante Option dar, Zielgruppen zu erreichen. Bei sorgfältig zugeschnittenem und sinnvollem Einsatz kann die Werbeform verwendet werden, um mit Qualitäten wie Glaubwürdigkeit, Kundenbindung und Expertise zu punkten.

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BLOG: Paradoxon Wearables – Sie sind Simplifizierer und Treiber in einem

Patricia Kehm – 23.05.2017

Wearables simplifizieren immer stärker die Informationsbeschaffung. So braucht es nicht einmal mehr den Griff in die Handtasche oder das Entfernen der Smartphonehülle, um an die aktuellsten Informationen zum Tagesgeschehen oder zur gesellschaftlichen Kommunikation zu gelangen. Auf der einen Seite führen Sie dazu einen möglichst geringen Aufwand zu betreiben, gleichzeitig fördern Wearables hingegen auch den sportlichen Wettkampf, indem die sogenannten Fitnesstracker jeden Schritt, die Entfernung und den Kalorienverbrauch messen. Ein All-In-One-Produkt, welches dazu beiträgt nichts zu tun und gleichzeitig doch das Gewissen mit sportlichen Herausforderungen stillt – ist das genau das, was wir brauchen?

Bestehende Studien zeigen, dass die Nutzung von Wearables in Deutschland allgemein noch sehr verhalten ist. 2016 besitzen gerade einmal 10 Prozent der deutschen Onliner einen Fitnesstracker, 8 Prozent eine Smartwatch und knapp die Hälfte kennt überhaupt Datenbrillen.1 Es ist auch nicht ganz so einfach. Im ersten Schritt ist es schwierig zu verstehen, was ein Wearable überhaupt ist. „Wearables sind Computertechnologien, die man am Körper oder am Kopf trägt. […] Beispiele für Technologien sind intelligente Armbänder, spezielle Kleidungsstücke mit Zusatzfunktionen, Smartwatches und Datenbrillen.“2  Das kann sehr viel sein – SmartBicycleHelmet, Zepp-Sonsorik, HeartRateHeadphones, VR-Brillen (Virtual Reality), Datenbrillen, E-Textiles und vieles mehr. Smartwatches und Fitnesstracker sind wohl die gängigsten und greifbarsten Wearables.

Das herrschende Misstrauen gegenüber dieser Devices ist sicher nicht unbegründet. Sie sind zum einen Informationslieferanten für den Nutzer, gleichzeitig jedoch auch Datenlieferant für den Hersteller bzw. Betreiber. Das bringt uns zum nächsten Paradoxon. Relevante Informationen sollen uns simpel und schnell erreichen, aber Daten von uns, die es wiederum erst ermöglichen die notwendigen Informationen in Realtime zu liefern, wollen wir nicht preisgeben. Wearables sind Big-Data-Devices. Sie liefern neue Informationen über den Nutzer, die gleichzeitig die Voraussetzung für die Nutzung selbst darstellen. Die Grenzen sind bereits durch den Datenschutz gesetzt und werden aktuell zusätzlich durch unser eigenes Misstrauen verstärkt. Um das Misstrauen in diese Devices zu dämmen, müssen die Nutzenaspekte weiter in den Vordergrund gestellt werden.

Finanzdienstleister, Krankenkassen oder Versicherungen haben bereits den Mehrwert für sich erkannt. Skeptiker sehen diesen Mehrwert nicht nur positiv. Für die Wearable-Anwender entsteht so eine unkontrollierbare Kontrolle dieser Branchen. Gleichzeitig werden jedoch Körpertemperatur, Herz-Frequenz und Blutdruck getrackt und können so den eigenen Gesundheitszustand verbessern. Sportliche Leistungen können durch optimale Berechnungen kontrolliert gesteigert werden, indem zur richtigen Zeit die richtige Notification für den nächsten Leistungseinsatz mitgeteilt wird.

Als nächstes starten E-Textiles den Angriff: Kleidung, die nicht nur die Herzfrequenz misst, sondern zusätzlich die Emotionen der tragenden Person wahrnimmt. In Fachkreisen wird dabei von „Affective Computing“ gesprochen. Durch das Zusammenführen diverser Daten, wie Gehirnstrom, Stimmerkennung, Hautspannung, Hautfeuchte und Körpertemperatur, wird den Geräten ermöglicht, positiven von negativem Stress zu unterscheiden.3 Ein Frühwarnsystem für Burn-out oder doch nur ein weiterer Mehrwert für die Krankenkassen? Das und den Mehrwert aller Nutzenaspekte kann nur jeder für sich selbst entscheiden, denn Wearables werden am eigenen Körper getragen und machen aus Mensch und Maschine eins.

1 Digitale Mediennutzung in der DACH-Region 2016, BVDW
http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/wearable.html, 23.05.2017
3 https://www.welt.de/lifestyle/article118642704/So-wird-ihr-Koerper-zur-Fernbedienung.html, 23.05.2017

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BLOG: Influencer Marketing messbar machen

Michael Seitz – 25.04.2017

Influencer Marketing hat einen immer höheren Stellenwert für Marken. Das schlägt sich in der digitalen Marketing-Strategie und der Budgetverteilung im Media Mix nieder. Kein Wunder: Influencer sind Kommunikatoren, die in den sozialen Medien leidenschaftlich über ihr Lieblingsthema berichten und mit hoher Glaubwürdigkeit in einer großen Anhängerschaft für breite Aufmerksamkeit sorgen. Sie sind gerade dabei den Schauspielern, Musikern und Sportlern den Rang als beliebteste Marken-Testimonials abzulaufen. In Kürze schließen sie sich sogar zum „Bundesverband Influencer Marketing“ (BVIM) zusammen, um gemeinsame Interessen zu vertreten.

Beim Influencer Marketing geht es längst nicht mehr darum Produkte in die Kamera zu halten und zu posten. Heutzutage werden ganze Kampagnen gefahren, in welchen die Produkte mit Content ausgestattet und die Follower zum Mitmachen animiert werden. So konnten z.B. Teilnehmer, die mit einem bestimmten Keks einer großen FMCG-Marke als Zutat das beste Backrezept entwickelten, einen Wochenendtrip gewinnen.

Über Vermarkter-Plattformen wie z.B. InCircles von  G+J e|MS werden die Potentiale der Influencer mittlerweile gebündelt angeboten, um jeder Marke die geeigneten Kanäle für die gewünschte Zielgruppe anzubieten. Im Ergebnis erreichen hier Kampagnen und Product Placements, für relativ geringes Budget, hohe Reichweiten mit gutem Targeting.

Doch wie ist der Erfolg eines Influencer Marketings messbar?

Websiteaufrufe und Impressions lassen sich herausfinden. Mittels Monitoringtools hat man auch Überblick über Likes, Markenerwähnung und Engagement. Diese Werte lassen jedoch nur wenig Interpretationsraum über die Performance einer Influencer-Marketing-Kampagne zu.

Unsere Überlegung wäre, Follower mit Kampagnenkontakt direkt in eine Befragung einzuladen um Werbewirkungs-KPIs zu erheben. Die vorgelagerte Erhebung einer Kontrollgruppe ohne Kampagnenkontakt würde Rückschlüsse über die Entwicklung der Markenbekanntheit, Werbeerinnerung und Markenimage zulassen. Voraussetzung ist natürlich, dass die Kampagne nicht zeitgleich auf anderen Kanälen läuft. Zudem könnten die Daten Rückschlüsse darauf geben, bei wessen Followerschaft die Kampagne erfolgreicher abschneidet.

Naheliegend wäre auch Influencer-Kampagnen in einer Online-Community genauer unter die Lupe zu nehmen. Da Follower ohnehin communityaffin sind, fänden Sie in hier eine geeignete Spielwiese um sich auszutauschen und Input für die Optimierung der Inhalte zu liefern.

In Zeiten, in welchen die Wirkung von Targeting-, Programmatic-, Native Advertising- und Mobile-Kampagnen detailliert analysiert werden, ist es aus DCORE-Einschätzung unabdingbar auch ein Auge auf das Influencer-Marketing zu werfen.