BLOG: Herzog Wilhelm von Bayern und sein Einfluss auf die Marktforschung

Wolfgang Dittrich – 24.07.2017

Nach 5 Jahren d.core wurde es uns in der Münchener Goethestraße doch etwas klein, zumal wir ja auch noch die DataLion GmbH als Untermieter bei uns haben. Nach kurzer und erfolgreicher Suche sind wir Mitte April in unsere neuen Geschäftsräume in die Herzog-Wilhelm-Str. 1 umgezogen. Das klingt nicht nur wichtig und hochherrschaftlich, das ist es auch – zumindest ein bisschen. Gleichzeitig haben wir ein wenig an unserem Auftritt gebastelt – neues Logo, neuer Web-Auftritt und sogar offiziell der neue Name: DCORE GmbH.

Der DCORE-Blog wird auch intensiviert – wir wollen über verschiedenste Themen schreiben und freuen uns auf Euer/Ihr Feedback. Damit das nicht allzu fachlich wird, heute ein Rückblick auf Herzog Wilhelm von Bayern.
Zunächst einmal: Herzog Wilhelm (HW) gab es ungefähr fünfmal. Namensgeber unserer neuen Adresse war Herzog Wilhelm der Fünfte (HW5), wer will kann die anderen vier überspringen. Für alle historisch Interessierten hier eine maximal verkürzte Kurzfassung aller fünf HW‘s:

Wilhelm I. von Bayern (1330 – 1389) war Herzog von Bayern-Straubing. Er war ein Sohn Kaiser Ludwigs IV. des Bayern, der erstmal die Wittelsbacher gegen die Habsburger durchsetzte, römisch-deutscher Kaiser wurde und die Besitztümer ausbaute: Zusätzlich zu den angestammten Besitzungen in Bayern und der Pfalz erwarb er Brandenburg und Tirol sowie Holland, Seeland und den Hennegau (heute zwischen Belgien und Frankreich gelegen). Ludwig IV. starb 1347, in der wohl schlimmsten Zeit im Spätmittelalter, als die Pestepidemie sich rasant ausbreitete und die Bevölkerung Europas dramatisch reduzierte (ca. 1330 – 1450). Außerdem brach 1337 der hundertjährige Krieg zwischen England und Frankreich aus und die Kirche spaltete sich 1378, weshalb es 40 Jahre lang einen Gegenpapst mit Sitz in Avignon gab. Zusammen mit seinem Bruder Stephan regierte er das Herzogtum Straubing – Holland. Mit 27 Jahren erkrankte er geistig, trat ab und sein Bruder Stephan übernahm. Stephan festigte das erst 1353 neu gebildete Herzogtum wirtschaftlich und innenpolitisch und brachte es durch seine Heiratspolitik zu europäischer Größe. Stephan hatte einen Sohn, nämlich

Wilhelm II. von Bayern-Straubing (1365-1417)
Die Verheiratung mit Marie, Tochter des französischen Königs Karl V. scheiterte 1377, da Marie kurz vor der Hochzeit starb. Er war vielleicht sowieso noch etwas jung dafür (12 Jahre alt). Dann musste halt Margarete v. Burgund herhalten, die er mit 20 Jahren heiratete. Wie gesagt, europäische Größe war angesagt. Aber: Er verkrachte sich mit seinem Vater Stephan, flüchtete nach England, sie versöhnten sich und er kam zurück nach Straubing. Er wurde dann Herzog von Straubing-Holland und machte mit der Heiratspolitik weiter: Seine einzige Tochter Jakobäa vermählte er 1406 im Kindesalter mit dem nur wenig älteren Johann von Wallonien, dem Sohn Königs Karls VI. von Frankreich, der 1415 zum Thronfolger ernannt wurde.
Trotz aller Erfolge hatte Wilhelm auch mit einigen Problemen zu kämpfen: z.B. die ständigen Scharmützel mit dem niederländischen Adel, auch die Friesen besiegte er nie endgültig. Wilhelm starb 1417 an den Folgen eines Hundebisses.

Wilhelm III. (1375 – 1435) war gemeinsam mit seinem älteren Bruder Ernst Herzog von Bayern-München (dem Herzogtum, nicht dem Fußballverein).
Wilhelm wurde 1375 in München als Sohn des wittelsbachischen Herzogs Johann II geboren. Sein Vater Johann erhielt bei der Landesteilung von 1392 das Teilherzogtum Bayern-München. Es gab eine Menge Streitereien z.B. mit seinem Onkel Stephan III, mit Ruprecht von der Pfalz und den böhmischen Hussiten.
1433 heiratete Wilhelm die siebzehnjährige Margarete von Kleve, da er fürchtete, dass es wegen der nicht standesgemäßen Verbindung seines Neffen (Ernsts Sohn) Albrecht III. mit der Baderstochter Agnes Bernauer keinen legitimen Nachfolger im Herzogsamt geben könnte. Sie hatten zwei Söhne, er selber starb kurz darauf im Alter von 60 Jahren. Ernst III wurde sein Nachfolger, sein Sohn Adolf war mit 2 Jahren noch etwas jung um sich durchzusetzen, Ernst ließ seine Frau Agnes Bernauer hinrichten und so konnte sein Sohn Albrecht ihm als Herzog nachfolgen.

Wilhelm IV. der Standhafte (1493 – 1550), Herzog von Bayern von 1508 bis 1550,
erließ 1516 mit seinem Bruder Ludwig eine neue Bayerische Landesordnung. In dieser wurden unter anderem der Preis und die Inhaltsstoffe von Bier geregelt (ja, genau, das Reinheitsgebot!). Der 23. April 1516 wird deswegen als Tag des Deutschen Bieres gefeiert. 1518 veröffentlichte er eine Landrechtsreform und 1520 führe er die erste einheitliche Gerichtsordnung in Bayern ein.
Den Kirchenbann gegen Martin Luther ließ er ebenso wie sein Bruder anfangs nicht vollstrecken. Am 25. Mai 1521 verkündeten die Brüder jedoch das Wormser Edikt in München und Landshut. Von nun an wurden Luthers Anhänger verhaftet und des Landes verwiesen. Wilhelm ließ sich 1524 vom Papst Clemens VII. durch die Abtretung der Hoheitsrechte über die bayrischen Bischöfe und der Einkünfte der kirchlichen Institute für die Sache des Katholizismus gewinnen und war einer der eifrigsten Gegner der Reformation, die er in Bayern nicht aufkommen ließ.

Wilhelm V. der Fromme (1548 – 1626)
wurde als zweiter Sohn Albrechts V. auf Burg Trausnitz über Landshut geboren, einem alten Herrschaftsmittelpunkt der Wittelsbacher. 1568 heiratete er Renata von Lothringen. Die Hochzeit wurde mit großem Aufwand in der Münchener Residenz München gefeiert. Anschließend zog das Prinzenpaar auf Burg Trausnitz ein, wo ein großer künstlerischer Aufwand getrieben wurde. Renata brachte vor allem Kenntnisse der französischen und spanischen Hofkultur nach Landshut. Wilhelm wiederum war eng mit den Habsburgern, aber auch den Medici verwandt, so dass auch die künstlerischen Zentren Innsbruck, Wien und Florenz Vorbildwirkungen entfalteten.
Nach dem Tod des Vaters übernahm Wilhelm V. 1579 die Regierung im Herzogtum Bayern und siedelte mit Renata in die Residenz in München über. HW5 setzt die gegenreformatorische Politik seines Vaters fort. 1583 besiegelt er in München ein Konkordat, das die erweiterten Kompetenzen des Landesherrn in kirchlichen Fragen regelte. Im Kurkölnischen Krieg siegte er, und so stellten die Wittelsbacher bis 1761 den Kölner Kurfürsten und Erzbischof. Er förderte die Künste und die katholische Kirche. Er errichtete das Jesuitenkloster in München und ab 1583 mit der Michaelskirche die größte Renaissancekirche nördlich der Alpen. Unter ihm kamen die Jesuiten auch nach Altötting, Regensburg, Biburg, Münchsmünster und Ebersberg.
Wilhelm litt zunehmend unter den Anforderungen, sein finanziell marodes Herzogtum zu regieren und flüchtete in die Askese. Das Bier wurde für sein Herzogtum immer wichtiger: Nämlich als Sparmaßnahme ließ er 1589 die erste Hofbrauerei einrichten, da das aus der Ferne importierte Bier für den Münchner Hof erhebliche Kosten verursachte. Wohl deshalb haben wir heute so viele Brauereien in München, die wir auch brauchen, um genug Bier fürs Oktoberfest zu brauen.
1596 errichtete er zwischen Moosach und Feldmoching, im Gebiet der heutigen Fasanerie (München) eine Fasanenzucht und dankte in 1597 ab.

Ob Herzog Wilhelm V. viel für die Marktforschung tat ist nicht überliefert, aber nach ihm wurde die Straße benannt, in der DCORE seit dem 22. April 2017 seinen Sitz hat. Statt der Künste, dem Bier und der katholischen Kirche fördert DCORE die Medienforschung, Datenanalyse und den Bierkonsum mit aller Kraft, mit dem wachsendem Team und vor allem mit Hilfe des Vertrauens seiner Auftraggeber, für das DCORE sich nicht oft genug bedanken kann.